In unserer Praxis behandeln wir alle Störungsbilder. Ihr Arzt wird Ihnen den korrekten medizinischen Fachbegriff nennen, wir haben uns darum bemüht, Ihnen die Störungsbilder so prägnant und einfach wie möglich zu erklären (einfach auf das Störungsbild klicken).

Auditive Wahrnehmungsstörungen
Bei der auditiven Wahrnehmungsstörung funktioniert das periphere Hören normal, die Kinder hören gut. Die Hörverarbeitung über die Hörbahnen ist blockiert. Die Ursachen dafür sind vielfältig, z. B. Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Schwangerschaft, Geburtsfehler, Frühgeburten, mangelnde Reizanregung oder genetische Veranlagung.
Die Störung sollte durch einen Phoniater mittels spezieller Hörtests diagnostiziert werden, da das Audiogramm eine normale Hörkurve ergibt. Auditive Wahrnehmungsstörungen können zu deutlichen Sprachstörungen führen. Typisch ist, dass Konzentration und Merkfähigkeit der betroffenen Kinder beeinträchtigt sind.
Dysarthrie
Von Dysarthrie spricht man bei einer Sprechstörung, die auf eine Hirnverletzung zurückgeht. Dysarthrie zeigt sich im Bereich der Artikulation (langsames, „genuscheltes“ und oft nasales Sprechen), der Atmung (flaches, kurzes Atmen, „Schnappatmung“ und Sprechen während des Einatmens), der Stimmgebung (veränderte Stimmlage, raue, heisere oder gepresste Stimme) und der Sprechmelodie (gleichförmiges Sprechen, oft zu langsam, abgehacktes Sprechen). Dysarthrie ist oft gekoppelt mit Aphasie (Sprachverlust).
Dysgrammatismus
Wenn sich ein Kind nicht in der gebräuchlichen grammatikalischen Wort- und Satzform mitteilen kann, spricht man von einem Dysgrammatismus. Mit vier Jahren sollte ein Kind grammatikalisch korrekte Sätze bilden können. Komplexe grammatikalische Konstruktionen werden noch bis in die Schulzeit hinein gelernt
Häufig tritt ein Dysgrammatismus nicht isoliert, sondern als Teilsymptom einer Sprachentwicklungsverzögerung oder Sprachentwicklungsstörung auf.  Mögliche Ursachen können unter anderem Hörstörungen, ungenügendes sprachliches Vorbild, mangelnde sprachliche Anregungen, familiäre Sprachschwäche, allgemeine Entwicklungsverzögerung oder allgemeine Sprachentwicklungsverzögerung sein.
Leichter Dysgrammatismus
Beim leichten Dysgrammatismus machen Kinder nur wenige grammatikalische Fehler, z.B. Fehler in der Pluralbildung oder bei der Perfektbildung (Beispiel: „Ich brauche noch zwei Tellers“ statt: „ich brauche noch zwei Teller“.“ „Ich bin in den Kindergarten gegeht“ statt „ich bin in den Kindergarten gegangen“ ). 
Mittlerer Dysgrammatismus
Beim mittleren Dysgrammatismus spricht das Kind in ungeordneten Mehrwortsätzen, von sich häufig noch in der 3. Person oder benutzt Verben im Infinitiv (Beispiel: „Der Peter spielen Fußball auf die Wiese gerne“ – statt: „ich spiele gern Fußball auf der Wiese“).
Agrammatismus
In der schwersten Stufe, dem sog. Agrammatismus, beschränkt sich das Kind auf Einwortsätze, die erst durch Mimik, Gestik und Tonfall verständlich werden
Dysphagie
Diese neurologisch bedingte Schluckstörung tritt nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma auf. Betroffene leiden unter Aspiration (Verschlucken von Speichel, Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege). Durch das häufige Verschlucken können Lungenentzündungen auftreten, deren Ursache zunächst nicht erkannt wird. Die Schlucktherapie versucht, die gestörte Funktion wieder herzustellen oder die Restfunktionen des Schluckens maximal zu nutzen.
Dysphonie
Unter Dysphonie (Stimmerkrankung oder Stimmstörung) versteht man die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Stimme, die sowohl vorübergehend als auch andauernd sein kann und mit einer Veränderung des Stimmklanges verbunden ist (Heiserkeit). Eine Stimmerkrankung basiert entweder auf einer organischen Veränderung des Kehlkopfes wie Entzündungen oder Tumoren oder auf einer Störung der Kehlkopffunktion. Deshalb unterscheidet man zwischen funktionellen und organischen Stimmstörungen 
Funktionelle Stimmstörung
Bei der funktionellen Störung liegt eine Einschränkung der Funktion des Phonationssystems vor, die Aktivität von Kehlkopf- und Atemmuskulatur sind nicht im Gleichgewicht, die Stimmlippenschwingung wird deshalb beeinträchtigt.  Zu den Ursachen gehören ein gewohnheitsmäßig unphysiologischer Stimmgebrauch und/oder eine erhöhte Stimmbelastung. Bei den funktionellen Dysphonien unterscheidet man zwischen der sog. hyperfunktionellen Dysphonie (mit einem erhöhten Kraftaufwand der Phonations- und Atemmuskulatur einhergehend) und der hypofunktionellen Dysphonie (verminderter Kraftaufwand).
Organische Stimmstörung
Die organischen Stimmstörungen können erworben oder angeboren sein. Erworbene organische Veränderungen entstehen durch Fehlgebrauch des Stimmapparates (in Folge einer funktionellen Dysphonie), entzündliche Prozesse, Tumore oder Verletzungen des Stimmapparates. Angeborene organische Veränderungen entstehen aufgrund Fehlbildungen. Organische Befunde am Kehlkopf können meistens operativ behandelt werden. Im Anschluss daran sind stimmtherapeutische Maßnahmen notwendig. Beispiele für organische Veränderungen durch stimmlichen Fehlgebrauch sind z.B. Stimmlippenknötchen oder Kontaktgranulom. Beispiele für Stimmstörungen in Folge entzündlicher Erkrankungen sind u.a. das Reinke-Ödem, Stimmlippenpolyp, gastroösophageale Refluxkrankheit. 
Stimmlippenlähmungen (Paresen)
Neben den funktionellen und organischen Dysphonien gibt es u.a. noch die große Gruppe der Stimmlippenlähmungen (Paresen). Die Ursache ist eine Einschränkung der zuleitenden Nervenfunktion. Die Beweglichkeit der Öffnungs- und Schließbewegung sowie die passive Stimmlippenspannung gehen dabei verloren.
Meistens treten Stimmlippenlähmungen nach Operationen an der Schilddrüse auf. Aber auch Erkrankung der Schilddrüse (Struma), sonstige Operationen im Halsbereich, Intubationstraumen, allergische, infektiöse oder toxische Ursachen, Lungen- oder Herzerkrankungen sowie weitere Operationen können Ursache einer Parese sein.
Nach der ausführlichen Diagnostik durch einen HNO-Arzt, besser noch durch einen Phoniater sollte die Stimmtherapie möglichst schnell nach Auftreten der Lähmung beginnen. Unterstützend sollte dabei immer mit Reizstromtherapie gearbeitet werden – unsere Praxis ist dafür ausgestattet.
Kindliche Aussprachestörungen
Man unterscheidet zwischen organischen und funktionellen Aussprachestörungen. Ursachen von organischen Störungen sind z. B. Cerebralparese, Down-Syndrom, LKGS, Hörstörungen oder geistige Behinderungen. Die Ursachen von funktionellen Störungen sind schwer zu klassifizieren.
Phonetische Störung
Bei der phonetischen Störung bilden die Kinder Laute falsch – diese sind aber noch eindeutig erkennbar, z. B. Sigmatismus („Lispeln“) und Schetismus lateralis (Seitliche Luftstromlenkung).
Phonologische Störung
Bei der phonologischen Störung haben Kinder keinen altersgemäßen phonologischen Prozess durchlaufen. Sie können so entstellt sprechen, dass man sie teils nicht mehr versteht – Laute werden vertauscht, ersetzt oder ausgelassen.
Kindliche Sprachentwicklungsverzögerung
Von verzögerter Sprachentwicklung spricht man, wenn die sprachliche Entwicklung eines Kindes nicht altersentsprechend verläuft. In den Bereichen Artikulation, Satzbau, Wortschatzentwicklung, manchmal auch im Bereich des Sprachverständnisses bleibt das Kind hinter dem altersgemäßen Niveau zurück. Anzeichen, an denen man eine frühe Sprachentwicklungsverzögerung erkennen kann, sind u. a. spätes Sprechen erster sinnbezogener Wörter, die verspätete Bildung von Zwei-Wort-Sätzen, ein eingeschränktes Verständnis für Worte und Aufträge, wenn die unterstützende Gestik oder Mimik oder der situative Zusammenhang fehlen. Sehr häufig werden Fragen auch einfach mit ‚ja‘ beantwortet, der Wortschatz entwickelt sich langsam und Fragen werden wiederholt, ohne beantwortet zu werden. Meist sind es viele Faktoren, die eine Sprachentwicklungsverzögerung bedingen. Dazu gehören z. B. Hörstörungen, frühkindliche Hirnschädigung, Körperbehinderung, geistige Behinderung, familiäre Sprachanlage, mangelnde sprachliche Anregung, motorische Unreife oder eine Wahrnehmungsschwäche im auditiven, visuellen und kinästhetischen Bereich. Da bei einer Sprachentwicklungsverzögerung die Sprache als gesamtes System und auch nichtsprachlichen Bereiche betroffen sein können, wird die Verbesserung der sprachlichen Leistungen nicht isoliert betrachtet, gefördert werden immer alle Bereiche.
Kindliche Stimmstörungen
Kinder kommen nicht mit Stimmstörungen auf die Welt, es sei denn, sie leiden an einem Syndrom. Kindliche Stimmstörungen entstehen durch falschen und nicht dosierten Einsatz der Stimme, z. B. zu häufiges Schreien. Grundsätzlich gilt, dass verschiedene Faktoren zusammenspielen, d. h. motorische, kommunikative, emotionale und soziale Faktoren sollen untersucht werden. Auch die Hörentwicklung sollte überprüft werden.
Laryngektomie
Von Laryngektomie spricht man dann, wenn einem Menschen der Kehlkopf operativ entfernt wurde. Die Ursache dafür ist meistens Krebs an Larynx, Schilddrüse, Trachea oder Ösophagus. Betroffene beherrschen noch das sogenannte Pseudoflüstern und können sich so rudimentär sprachlich verständigen. Allerdings gibt es zwei wesentliche funktionelle Veränderungen: Den Verlust der Stimmfunktion einerseits und die Trennung von Atem- und Speiseweg durch Anlage eines dauerhaften Tracheostomas andererseits.
Im Rahmen der Stimmrehabilitation geht es darum, das Sprechen durch Hilfsmittel wie ein Shunt-Ventil oder eine elektronische Sprechhilfe neu zu erlernen. Ohne Hilfsmittel gelingt das Sprechen durch die Ösophagus-Stimme (Speiseröhrenstimme), hier wird die Luft in die Speiseröhre eingeatmet und dann dosiert wieder abgegeben.
Ein Tracheostoma wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus, Atmung, Kommunikation und Schlucken können betroffen sein. Außerdem sind sehr umfangreiche pflegerische Maßnahmen notwendig. In der Therapie lernt der Patient, mit der neuen Situation umzugehen – denn ein wichtiger Aspekt ist es, die Lebensqualität des Patienten zu steigern.
LKGS-Spalten
Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Spalten entstehen in der Regel aus einer Kombination von erblichen und Umweltfaktoren (Genetik, Rauchen….). Schon Säuglinge werden, in der Regel bereits in der Klinik, logopädisch betreut. Manchmal tritt LKGS im Rahmen eines Syndroms auf, kann aber auch isoliert vorkommen. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen. LKGS führt zu Beeinträchtigungen beim Atmen, Schlucken und Saugen und wirkt sich auf Sprechmuskeln, Hörentwicklung und das Wachstum des Oberkiefers aus. Auch nach den Operationen brauchen Menschen mit LKGS frühzeitig Unterstützung im Bereich der Mundmotorik.
Myofunktionelle Störungen
Myofunktionelle Störungen sind Muskelfunktionsstörungen im Bereich der orofazialen Muskulatur (Mund- und Gesichtsmuskulatur). Schlucken und Sprechen werden dadurch deutlich beeinträchtigt. Symptome gibt es im Bereich der Zungen-, Lippen- und Kiefermuskulatur, der Atmung, des Sprechens und der Zahnstellung.
Viele Patienten sind parallel in kieferorthopädischer Behandlung, in der Logopädie werden der Funktionsaufbau der gesamten Gesichtsmuskulatur, das Lernen eines korrekten Schluckmusters und die Korrektur der Artikulationsstörung behandelt.
Sprechapraxie
Die Sprechapraxie ist eine zentral bedingte Sprechstörung, bei der auch einfache Handlungsabläufe in ihrer zeitlichen Abfolge sprachlich nicht mehr dargestellt werden können. Das Sprechen erfolgt nicht mehr automatisch, die Betroffenen können die Bewegungen zum Sprechen nicht mehr korrekt programmieren, sie verwenden falsche Laute oder fügen andere Laute hinzu. Das bedeutet, dass die Betroffenen die Wörter, die sie sagen wollen, sehr wohl kennen, jedoch nicht mehr wissen, wie sie ihre Sprechorgane (Lippen, Zunge, Kiefer, Kehlkopf etc.) bewegen müssen, um die Wörter auszusprechen. Diese Störung tritt oft in Verbindung mit aphasischen und/oder dysarthrischen Störungen auf. Bei der Sprechapraxie handelt es sich um ein sehr komplexes und heterogenes Störungsbild. Die Symptome können sowohl die einzelnen Sprachlaute betreffen, aber auch den Redefluss, die Akzentuierung und die Intonation. (siehe auch: Aphasie und Dysarthrie).
Stottern
Stottern äußert sich in einer kürzeren oder längeren Unterbrechung des Redeflusses, langsamen oder schnellen Wiederholungen von einzelnen Lauten, Silben oder Wörtern. Auch Verlängerungen von Konsonanten (Mitlauten) oder Vokalen (Selbstlauten) oder unangebrachte Pausen können auftreten. Es kann außerdem zu körperlichen Verspannungen kommen. Ein Kind kann eines dieser Symptome zeigen, oder auch mehrere auf einmal. Für Angehörige ist es in der Regel verwirrend, wenn das Stottern „kommt und geht“, das Sprechen also eben noch flüssig gelingt im nächsten Augenblick jedoch gestottert wird. Die Länge der flüssigen/unflüssigen Phasen ist variierend.
Die Ursachen des Stotterns sind nicht eindeutig geklärt. Man geht heute von einer genetischen Disposition aus und davon, dass eine „neurophysiologische“ Störung Ursache des Stotterns ist. Stottern tritt oft familiär gehäuft auf, dies deutet darauf hin, dass ein Vererbungsfaktor im Spiel ist. Vom Stottern sind mehr Jungen als Mädchen betroffen. Je nach Alter des Patienten wählt man bei Kindern zunächst eine Präventiv-Therapie und dann erst später einen Therapieansatz, der direkt am Symptom arbeitet.
Poltern
Unter Poltern versteht man eine Störung des Redeflusses. Typisch sind die hohe Sprechgeschwindigkeit, Beeinträchtigungen des Sprechrhythmus, Verkürzungen, Auslassungen, Umstellungen und Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern. Durch das überhastete, schnelle Sprechen mit nur wenigen Pausen ist die Artikulation undeutlich. Das hohe Tempo tritt nicht nur beim Sprechen auf, sondern auch beim Schreiben und Lesen. Die Betroffenen nehmen ihre Störung nicht wahr und verspüren deshalb auch keinen Leidensdruck. Stottern und Poltern haben ähnliche Symptome, weshalb eine Differenzialdiagnose notwendig ist.

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